Drohnen Verordnung Oktober 2017 – Was sich ändert

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Drohnen Verordnung Oktober 2017 – Was sich ändert

Kennzeichnungspflicht und Kenntnisnachweis ab Oktober 2017 verpflichtend

Während sich die Verwendung von Drohnen auch im privaten Bereich immer größer werdender Beliebtheit erfreut, reagiert die Politik mit neuen Regelungen, die den Flugverkehr sicherer und nach-vollziehbarer machen sollen. Die seit April 2017 geltenden Bestimmungen werden um zwei weitere ergänzt. Diese treten dann im Oktober in Kraft. Sowohl gewerbliche als auch private Betreiber der ferngesteuerten Flugobjekte sind von der Verordnung angesprochen.

Verwendung von Flugkörpern

Drohnen werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Während das Militär schon früh den Nutzen der ferngesteuerten Flugkörper für sich entdeckt hat – beispielsweise zur Überwachung und Kontrolle, um militärische Aufklärung zu betreiben oder zur gezielten Bekämpfung von Zielen am Boden – erfreuen sie sich heute auch im zivilen Bereich größter Beliebtheit. In der Landwirtschaft werden Helikopterdrohnen unter anderem zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Die Polizei nutzt in einigen Bundesländern Drohnen für die Aufklärung von Kriminalfällen und auch im Medienbereich werden Video- und Fotodrohnen für Aufnahmen aus der Luft eingesetzt. Jüngst haben Versandunternehmen die Möglichkeiten der Paketlieferung per Drohne für sich entdeckt, so werden auf der Insel Juist bereits Medikamente einmal pro Woche auf diese Weise geliefert.

Aus den USA erreicht uns eine neue Verwendungsmöglichkeit: Hobbysportler haben Drohnenrennen und andere Wettbewerbe rund um Quadrocopter für sich entdeckt. Mithilfe einer Videobrille kann aus der Sicht der Drohne der Weg live verfolgt werden (First Person View).

Das steigende Interesse von Privatpersonen stellt die Gesetzgebung vor neue Herausforderungen. Mögliche Gefahren wie Kollisionen, Unfälle und Abstürze abwenden, Flugkompetenzen nachweisen und die Privatsphäre wahren – das sind die Schlüsselaspekte der aktuell geltenden Verordnung über das Führen von unbemannten Fluggeräten.

Klare Regeln für den Betrieb von ferngesteuerten Flugkörpern

„Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig“, betont Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. (Quelle: Webseite BMVI.de)

Im FAQ der Drohnen-Verordnung legt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Definition der unterschiedlich verwendeten Begriffe für die betreffenden Flugobjekte dar. Während es sich bei einer Drohne um ein unbemanntes Fluggerät handelt, unterscheidet das Luftverkehrsgesetz zwischen unbemannten Luftfahrtsystemen und Flugmodellen. Unbemannte Luftfahrtsysteme sind Drohnen, die ausschließlich für gewerbliche Zwecke gesteuert werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Anwender im Privatbereich von der Verordnung unberührt bleiben. Jede Handelsübliche Drohne, die kein Spielzeug ist (mehr als 0,25 kg Startgewicht) ist mit einer Kamera ausgestattet, die Foto- und Videoaufnahmen erzeugen kann. Es wird daher schwierig bis nahezu unmöglich für einen Drohnenanwender nachzuweisen, dass er die Drohne nur steuert und keine Aufnahmen macht. Flugmodelle hingegen dienen der Freizeitgestaltung und werden ausschließlich privat betrieben.

Im Wesentlichen gelten seit 01.04.2017 folgende Bestimmungen:

Erlaubnisfreiheit vs. Erlaubnispflicht

Für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen und Flugmodellen unter 5 kg Gesamtmasse ist keine Erlaubnis erforderlich. Die Nutzung von unbemannten Luftfahrtsystemen durch Behörden und Institutionen mit Sicherheitsaufgaben ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Dem gegenüber stehen Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme mit einer Gesamtmasse von über 5 kg, deren Steuerung unbedingt erlaubnispflichtig ist. Grundsätzlich gilt die Erlaubnispflicht auch für den Betrieb bei Nacht. Das erforderliche Dokument erstellt nach Prüfung die Landesluftfahrtbehörde aus.

Generelles vs. eingeschränktes Betriebsverbot

Das generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite wurde aufgehoben. Die Landesluftfahrtbehörde kann für Drohnen mit einer Gesamtmasse von unter 5 kg eine Erlaubnis für den vorbezeichneten Betrieb aussprechen. Hingegen gilt für unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle mit einer Masse über 5 kg ein generelles Flugverbot außerhalb der Sichtweite.

Eingeschränkte Betriebsverbote gelten für folgende Situationen:

Ab einer Flughöhe von 100 m gilt ein eingeschränktes Flugverbot. Ausnahme: der Betrieb findet auf einem Gelände statt, für den eine generelle Erlaubnis erteilt wurde und eine Aufsichtsperson bereit-steht. Überdies muss der Steuerer eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer besitzen bzw. einen ausreichenden Kenntnisnachweis.

Über Wohngrundstücken gilt ein generelles Flugverbot, wenn die Startmasse des Flugmodells mehr als 0,25 kg beträgt. Das gilt ebenfalls für Drohnen, die in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen, sofern nicht die Erlaubnis des Wohngrundstückseigentümers vorliegt.

Generelle Betriebsverbote gelten über folgenden Bereichen:

• über „sensiblen Orten“, das bedeutet, über Einsatzorten der Polizei oder der Feuerwehr, über Krankenhäusern, Menschenansammlungen, über der JVA, über Industrieanlagen, Bundes- und Landesbehörden und Naturschutzgebieten,
• über bestimmten Verkehrswegen,
• und in Kontrollzonen von Flugplätzen. Eine Bannmeile von 1,5 km zur Flughafenbegrenzung ist einzuhalten.
Ein generelles Betriebsverbot gilt zudem für unbemannte Luftfahrtsysteme mit einer Gesamtmasse über 25 kg.

Ausweichpflicht und Videobrillen

Für das Steuern von Drohnen gilt zwingend die Ausweichpflicht. Das bedeutet, dass bemannte Luftfahrzeuge und unbemannte Freiballone in allen Fällen Vorfahrt genießen.

Ein Kameraflug gilt als Flug in Sichtweite, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die Flughöhe beträgt nicht mehr als 30 m, das Modell wiegt weniger als 0,25 kg oder eine andere Person außer dem Drohnenführer ist in ständiger Sichtweite und kann ihn auf mögliche Gefahren hinweisen. Als Kameraflug wird der Betrieb von Quadrocoptern bezeichnet, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Der Steuerer sieht mithilfe einer Videobrille die Perspektive des Flugmodells (First Person View).

„Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre“, fährt der CSU-Verkehrsminister fort. (Quelle: Webseite: BMVI.de

Haftpflichtversicherung für Drohnen

Für das Steuern von Drohnen gilt zwingend die Ausweichpflicht. Das bedeutet, dass bemannte Luftfahrzeuge und unbemannte Freiballone in allen Fällen Vorfahrt genießen.

Ein Kameraflug gilt als Flug in Sichtweite, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die Flughöhe beträgt nicht mehr als 30 m, das Modell wiegt weniger als 0,25 kg oder eine andere Person außer dem Drohnenführer ist in ständiger Sichtweite und kann ihn auf mögliche Gefahren hinweisen. Als Kameraflug wird der Betrieb von Quadrocoptern bezeichnet, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Der Steuerer sieht mithilfe einer Videobrille die Perspektive des Flugmodells (First Person View).

„Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre“, fährt der CSU-Verkehrsminister fort. (Quelle: Webseite: BMVI.de

Neue Regelungen ab Oktober 2017

Für Drohnen gilt ab Oktober 2017 eine Kennzeichnungspflicht. Für den Betrieb muss der Flugführer im Besitz eines Kenntnisnachweises sein. Soweit die Regelungen im Wesentlichen.

Die Kennzeichnungspflicht gilt für alle unbemannten Luftfahrtsysteme und Flugmodelle ab einer Masse von über 0,25 kg Startgewicht, in der Regel gilt das für alle Quadrocopter. Gekennzeichnet werden muss der Flugkörper mit Name und Anschrift des Eigentümers, und zwar auf einer Plakette, die feuerfest und dauerhaft lesbar ist. Auf diese Weise ist es möglich, im Falle einer Kollision den Besitzer ausfindig zu machen und ggf. Haftungsfragen zu klären. Eine Plakette bekommen Eigentümer im Fachgeschäft, das Beschriftungen und Kennzeichen anbietet, im Schreibwarenhandel oder im Internet.

Ein Kenntnisnachweis ist ab Oktober 2017 Pflicht für die Führung von Drohnen ab einer Gesamtmasse von 2 kg. Eine gültige Pilotenlizenz ist hinreichend. Andernfalls kann ein Nachweis nach Prüfung durch das Luftfahrt-Bundesamt ausgestellt werden. Auch eine Bescheinigung eines Luftsportvereins gilt als ausreichender Kenntnisnachweis (für den Betrieb von Flugmodellen). Wer Flugkörper auf einem Modellfluggelände steuert, benötigt grundsätzlich keinen Nachweis.

Die bestehenden und neuen Bestimmungen im Überblick

Kennzeichnung: Drohnen ab einer Startmasse von 0,25 kg müssen mit Namen und Anschrift des Eigentümers auf einer dauerhaft lesbaren Plakette gekennzeichnet sein.

Kenntnis: Die Kenntnis über das Führen von Flugobjekten ab 2 kg muss nachgewiesen werden.

Erlaubnis: Flugmodelle mit einer Gesamtmasse von über 5 kg erfordern grundsätzlich eine Betriebserlaubnis. Das gilt ebenfalls für Drohnenflüge bei Nacht.

Verbote: Für den Betrieb von Drohnen (ab 5 kg Gesamtmasse) außerhalb der Sichtweite gilt ein generelles Verbot. Ein eingeschränktes Betriebsverbot gilt für Flüge ab einer Höhe von 100 m.
Über „sensiblen Orten“ wie Einsatzorte von Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei, bestimmten Verkehrswegen, Industrie- und Energieanlagen sowie bis auf 1,5 km zur Außenbegrenzung des Flugplatzes und in Kontrollzonen von Flugplätzen (es gibt spezielle Flugkarten, in denen diese eingezeichnet sind) gilt ein generelles Flugverbot, ebenso wie über Wohngrundstücken für Drohnen ab 0,25 kg.

Haftung: Die Regelungen zur Haftpflicht für Drittschäden, die durch Drohnen verursacht werden, sind im Luftverkehrsgesetz geregelt. Eine Haftpflichtversicherung ist sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Gebrauch obligatorisch.

Zur grafischen Darstellung als Merkblatt siehe auch:

Drohnen Verordnung Oktober 2017

© Infografik Copyright by Thomas Vitali, 2017

Übersicht der Startgewichte handelsüblicher Drohnen:
DJI Phantom 3 (alle Varianten) inkl. Batterie und Propeller: 1,22 kg
DJI Phantom 4 (alle Varianten) inkl. Batterie und Propeller: 1,38 kg
DJI Inspire 1 inkl. Batterie, Zenmuse X3 Kamera und Propeller: 3,06 kg
DJI Inspire 2 inkl. 2 Batterien, Gimbal, Kamera und Propeller: 4,00 kg
DJI Spark inkl. Batterie 0,30 kg
DJI Mavic Pro inkl. Batterie und Propeller: 0,73 kg
DJI Mavic Pro Ultimate inkl. Batterie und Propeller: 0,73 kg
YUNEEC TYPHOON Q500 inkl. Batterie und Propeller: 1,70 kg
YUNEEC TYPHOON H inkl. Batterie und Propeller: 2,06 kg
YUNH520EU inkl. Batterie und Propeller: 1,63 kg
Parrot Bebop 2 inkl. Batterie: 0,50 kg
GoPro Karma inkl. Batterie: 1,00 kg

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